Erste Hilfe - und dann?!

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  • Hallo in die Runde!


    Wir müssen uns wohl eingestehen - in vielen Krisen wird die Gesundheitsversorgung, wie wir sie kennen, in Teilen oder vollkommen zusammenbrechen.

    Wir sehen schon jetzt, dass eine Überlastung des Gesundheitssystems in manchen Bereichen durchaus möglich ist.

    Falls die Notrufnummern erreichbar bleiben, werden wohl die Rettungsdienste überlastet sein.

    Auch Krankenhäusern wird es wohl nicht besser gehen.

    Und da gehen wir schon davon aus, dass der Rettungsdienst uns noch erreichen kann. Auch das kann bei größeren Lagen - wie bspw. bei einem Hochwasser, Erdrutsch oder wenn eine Ortschaft eingeschneit wird - nicht mehr der Fall sein.

    Hausärzte werden - wenn sie denn ihre eigene Familie "im Stich" lassen, um anderen zu helfen - auch nur ungeordnete Öffnungszeiten haben. Dazu kommt, dass auch deren Vorräte endlich sind.


    Wenn wir also in einer größeren Krise (größer als ein lokaler Stromausfall, etc.) einen Mitmenschen unserer Gruppe haben, der entweder verletzt wurde oder erkrankt ist, kann es sein, dass wir diesen Menschen über längere Zeit auf uns alleine gestellt versorgen müssen.


    Was viele hier ausgezeichnet machen:

    Sie bereiten sich darauf vor, dass Erste Hilfe geleistet werden muss. Es werden Blutungen gestillt, Wunden desinfiziert und verbunden, Brüche geschient, der Verletzte wird zugedeckt und an einen sicheren Ort transportiert - bspw. die Bug in (oder out) Location.


    :?: Die große Frage ist: Und dann? :?:

    Wie versorgt man ein mittelschwer bis schwer verletztes oder akut erkranktes Mitglied der eigenen Gruppe über längere Zeit?


    Im militärischen Bereich begegnet man diesem Problem - dem "Sitzenbleiben" auf einem Patienten ohne zeitnahe Möglichkeit der Evakuierung - mit s.g. Prolonged Field Care oder Prolonged Casualty Care.


    Mehr dazu gibt es hier zu finden - für den interessierten Leser mit Hintergrundwissen (und Englischkenntnissen): Prolonged Field Care - Get started here.


    Diesem Thema werde ich in den nächsten Woche eine kleine Serie von Beiträgen widmen.


    Mir ist vollkommen klar, dass den meisten weder Ausrüstung noch Ausbildung oder finanzielle Möglichkeiten eine Versorgung von Patienten auf dem Niveau militärischer Einheiten ermöglichen wird. Das kann und wird auch nicht unbedingt das Ziel sein - und ist ehrlicherweise für viele nicht realistisch.


    Auch dürfen wir nicht die natürlichen Limitierungen unserer Versorgung vergessen.


    Es gibt drei Arten von Patienten:

    • Die Patienten, die überleben, egal was wir tun.
    • Die Patienten, die sterben werden, egal was wir tun.
    • Die Patienten, die nur dann überleben, wenn ihnen so gut wie möglich geholfen wird und wenn wir zum richtigen Zeitpunkt das Richtige tun.

    Nur der letzten Patientengruppe können wir mit dieser Herangehensweise eine bessere Überlebenschance geben.

    Und auch mit der besten Versorgung durch uns werden wir keine 100% Überlebenschance erreichen.



    Ich bin jedoch überzeugt davon, dass wir mit einer Adaptierung unserer grundlegenden Sichtweise, unseres medizinischen Konzepts und unserer Vorbereitung (Ausrüstung ebenso wie mental) die Versorgung von Mitgliedern unserer Gruppe/Familie optimieren und so die Überlebenschancen maximieren können. Und ich denke wir sind uns einig, dass wir das gerne erreichen würden, wenn es irgendwie zu bewerkstelligen ist.



    Ich bin gespannt, was eure Gedanken dazu sind und wie ihr zu diesem Thema steht - und ob ihr diese Thematik eventuell schon bedacht habt.



    Bleibts gsund!

    justme

    If you plan to improvise you plan to fail!

  • Bei mir in der Familie gibt es 2 Rettungssanitäter und mein großes Kind studiert Medizin, also ich hoffe das sich diesbezüglich in den nächsten Jahren doch daraus ein Arzt ergibt. Ansonst habe ich keinen wirklichen Plan :/.