Workshops Hausschlachtung (Schwein, Geflügel), Wurstmachen

  • Hallo Leute,

    ich bin bei der Recherche bezüglich Hausschlachtung (Verwandte von mir fangen vermutlich/hoffentlich nächstes Jahr auf ihrem Sacherl mit Tierhaltung an, und da habe ich mich schon mal "prophylaktisch" mit dem Thema Hausschlachtung - auch aus rechtlicher Sicht - auseinandergesetzt) auf eine interessante Adresse gestoßen: Die "Arche de Wiskentale" in Wischathal (nördlich von Stockerau) bietet u.a. Kurse zum Thema Hausschlachtung von Schweinen und Geflügel sowie zum Wursten an: http://www.dewiskentale.com/kurse/

    Bei den Schweinen hat sich diese Arche zwar auf das Mangalitza-Schwein spezialisiert, aber ich kann mir nicht vorstellen dass der Unterschied zu "normalen" Schweinerassen soo gravierend ist. Selbst für mich als Jäger (unser Revier ist quasi komplett wildschweinfrei) ist das interessant, weil ja doch einige Unterschiede zwischen beiden Tötungsarten bestehen und außterdem die praktische Verarbeitung einer Sau (also "Wie wird aus einem toten aber ansonsten intakten Tierkörper Schnitzel, Sulz und Blutwurst?!?&quot[Blockierte Grafik: https://www.austrian-preppers.at/forum/anhaenge/f92t2430p33233n11_sQpLwyou.gif] eine gewisse Herausforderung darstellt - ein Reh mit 15 - 25 kg bringt ja nur etwa ein Zehntel davon auf die Waage, außerdem liefert ein Schwein wesentlich mehr Fett, und auch aus gesundheitlicher Sicht (ein Schwein hat potentiell wesentlich mehr für den Menschen gefährliche Krankheiten als Reh, Hase & Co) gibt es da sicher die ein oder andere Feinheit zu beachten.

    LG,

    Bardo Thodol

    There is no such thing as too much backup!

  • Ist sicher eine interessante Sache! War öfters beim Schlachten dabei und habe auch mitgeholfen. Am meisten hab ich aber durchs Jagen gelernt. Es gibt eigentlich keinen physiologischen Unterschied zw Haussau u Mangalitz, ausser dass das Manga besser schmeckt :-)) und auch mehr Fett hat.
    Beim Wild hast ja den Anhangzettel, der von der kundigen Person gegengezeichnet werden muss dh die Krankheiten, die bei der Wildsau vorkommen, können auch theoretisch bei der Haussau sein, ist aber eher unwahrscheinlich. Wichtig ist das saubere verarbeiten (bei beiden). Wennst bei der Wildsau die Leber entnimmst u dir kommen die Würmer entgegen, weisst eh was los ist ;-)
    Früher hat ja den sog. "Sautanz" gegeben, wo alle Nachbarn mitgeholfen haben die Sau innerhalb von 1 Tag von a-z zu verarbeiten. Ich hab gelesen, dass ein Bauer Im Bgld das macht, ist aber auf Monate hin ausgebucht.
    LG
    Igel

  • Sorry, das würde mich jetzt interessieren: Was weiß man, wenn einem bei der Leber die Würmer entgegenkommen?

    Taken the red one.

  • Zitat von SirDogder im Beitrag #3
    Sorry, das würde mich jetzt interessieren: Was weiß man, wenn einem bei der Leber die Würmer entgegenkommen?


    Wahrscheinlich, dass bei Schweinefleischverzehr, dass nicht genug gekocht wurde bzw wenn man sich am Hintern kratzt und nicht die Hände wäscht, man einen sechs Meter langen Bandwurm im Gehirn bekommen kann.

  • Zitat von SirDogder im Beitrag #3
    Sorry, das würde mich jetzt interessieren: Was weiß man, wenn einem bei der Leber die Würmer entgegenkommen?



    Ich meinte, wenn du eine Sau geschossen hast, aufbrichst um die Innereien zu entfernen und aus der Leber quellen schon die Würmer[Blockierte Grafik: https://www.austrian-preppers.at/forum/anhaenge/f92t2430p33233n9_zXGPVMCj.gif]

    dann weisst du, dass das Tier div. Krankheiten hat und wenn du es weiterverarbeiten willst, besonders vorsichtig sein musst bzw. jemand anderen zu Rate ziehen solltest. Prinzipiell tötet gescheites Kochen diese Viecher ab, aber ich würde nicht essen (wenns nicht überlebens-notwendig ist), weil kann auch sein, dass im restlichen Tier auch Würmer sind!

    LG

    Igel

  • Schweine als Allesfresser können eine relativ große Anzahl von Parasitosen haben, u.a. der Kleine und Große Leberegel. Bei Schweinen ohne ausreichende Tierärztliche Untersuchung (lies: In Krisenzeiten) wäre ich persönlich generell sehr, sehr vorsichtig was die Handhabung und den Verzehr betrifft (wenn geht immer mit Handschuhen arbeiten, kein Rohverzehr - das Fleisch muss immer auf mindestens 65°C erhitzt werden). Nicht umsonst ist im Islam das Schwein "haram".
    Räuchern kann man das Fleisch natürlich schon, wenn das Tier entsprechend untersucht wurde (Beschau durch Tierarzt, Trichinenschau).

    Den "Sautanz" kenne ich zwar so nicht, aber bei meinen Eltern war es früher so, dass wir regelmäßig eine halbe Sau vom Fleischhacker bekommen haben, welcher dann vor Ort (also bei uns zu Hause) die Sau küchenfertig zerwirkt hat. Dann ging es ans Einmachen (Schmalzfleisch und Grammeln machen, Einfrieren, ...). Leider kann ich mich nur mehr sehr bruchstückhaft daran erinnern, weil ich beim letzten Mal noch relativ klein war (Kindergartenalter). ;-(

    There is no such thing as too much backup!

  • Ich habe mich am Di dort gemeldet, weil mich der "Hendl" Kurs interessiert.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Der eigentliche Spaß liegt vermutlich weniger bei den Tierkrankheiten, sondern beim richtigen schlachten, ausbluten, aufspannen, aufbrechen.
    Der Hausverstand des Laien wird schon schreien, wenn dir beim aufbrechen bereits die Würmer entgegen kommen.
    Die Krankheiten sind insofern ein äußerst wichtiges Thema, dass aber gesondert behandelt werden sollte.

    Das richtige zerwirken des Tierkörpers ist vermutlich bei dem Workshop der Hauptbestandteil.

    -) wie rupft man Geflügel (mit kochendem Wasser arbeiten, damits leichter geht)
    -) wie zieht man einem Hasen das Fell "über die Ohren"
    -) wie schlagt man ein Tier aus der Decke
    -) welche Teile sind verwertbar; wie werden sie verarbeitet.
    -) welche Innerein und welche Teile bringen die meisten Nährstoffe; Stichwort: Blutwurst= Superfood auf Grund des hohen Eisengehalts und Spurenelemente etc.


    Das wäre halt für mich wichtig. Ich hoffe, dass ich früher oder später dazu komme den Jagdschein zu erledigen, damit ich mal ein Gefühl für sowas bekomme.

  • @Cody_87: Ja, das sehe ich auch so: Zumindest bei diesem Workshop wird der Fokus vermutlich auf die praktischen/handwerklichen Seiten liegen. Ich kann mir gut vorstellen dass das Thema mit den Krankheiten bewusst nicht sehr intensiv angesprochen wird - man will ja das hochwertige Produkt "Mangalitza-Hausschwein" nicht schlechtreden...

    Für mich persönlich wünsche ich mir ohnehin, dass der Schwerpunkt des Workshops eher auf dem Aspekt der Weiterverarbeitung (also: Was mache ich direkt nach der Schlachtung aus bzw. mit welchem Teil) liegt. Daher bin ich gerade am Überlegen, mir nich gleich die doppelte Dröhnung zu geben: Wursttage am 21. Jänner und gleich anschließend die Hausschlachtung Schwein am 22.!

    Zum Thema "was ist verwertbar" bin ich gerade dabei, mich durch das 400-Seiten-Buch "Fleisch" (nomen est omen) zu schmökern - eine Mischung aus Warenkunde, Küchenpraxis, Rezepte und Erzählungen. Stehe allerdings erst relativ am Anfang und kann daher noch nicht sagen, wie gut es ist...

    LG,

    Bardo Thodol

    There is no such thing as too much backup!

  • Ich habe mich gerade für die "Geflügeltage - Hausschlachtung" am 19.11 angemeldet.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Zitat von Bardo Thodol im Beitrag #9
    Cody_87: Ja, das sehe ich auch so: Zumindest bei diesem Workshop wird der Fokus vermutlich auf die praktischen/handwerklichen Seiten liegen. Ich kann mir gut vorstellen dass das Thema mit den Krankheiten bewusst nicht sehr intensiv angesprochen wird - man will ja das hochwertige Produkt "Mangalitza-Hausschwein" nicht schlechtreden...

    Für mich persönlich wünsche ich mir ohnehin, dass der Schwerpunkt des Workshops eher auf dem Aspekt der Weiterverarbeitung (also: Was mache ich direkt nach der Schlachtung aus bzw. mit welchem Teil) liegt. Daher bin ich gerade am Überlegen, mir nich gleich die doppelte Dröhnung zu geben: Wursttage am 21. Jänner und gleich anschließend die Hausschlachtung Schwein am 22.!

    Zum Thema "was ist verwertbar" bin ich gerade dabei, mich durch das 400-Seiten-Buch "Fleisch" (nomen est omen) zu schmökern - eine Mischung aus Warenkunde, Küchenpraxis, Rezepte und Erzählungen. Stehe allerdings erst relativ am Anfang und kann daher noch nicht sagen, wie gut es ist...

    LG,

    Bardo Thodol



    Offenbar ist der "Sautanz" eine ostösterr. Spezialität ;-)

    Bei denen, die ich erlebt habe wurde alles, bis auf die Knochen verarbeitet. Denke, dass man aus den Knochen früher auch noch Leim gemacht hat, dh es wäre dann das ganze Stück verwertet worden!

    Detto bei Kuh...

    LG

    Igel

  • das finde ich auch interessant, leider fehlt mir momentan komplett die Zeit für alles.

    @Donpedro: Berichte bitte nachher wie es war!

    Taken the red one.

  • Früher wurden aber auch Knöpfe und Nadeln oder ähnliches aus den Knochen gemacht.
    Flöten aus Röhrenknochen etwa, waren historisch gesehen keine Seltenheit.

    Ich bin gespannt auf eure Berichte nach den Hausschlachtungen.

    @igel68 : sei doch bitte so gut und stell den Buchtipp bitte mit der ISBN Nummer rein, damit man das in die Bücherliste aufnehmen kann. Oder du wärst so nett und fügst es selber ein. [Blockierte Grafik: https://www.austrian-preppers.at/forum/anhaenge/f92t2430p33233n10_VTgjznRZ.gif]

  • Ich war heute bei dem Workshop Geflügelschlachtung. Da habe ich gelernt wie man ein Hendl richtig hält (beim schlachten), wie man es schlachtet, rupft und ausnimmt. Und aus den Innereien haben wir dann noch Pastete gemacht. Ich kann nur sagen: EMPFEHLENSWERT

    Für mich als Stadtkind ist das alles absolut neu gewesen und es ist auch etwas "komisch" wenn man weiß, das das Herz das man gerade in der Hand hält, vor 10 Minuten noch geschlagen hat. Ich war auch überrascht wie wenig Blut (1/8 max) eigentlich in so einem Hendl drinnen ist. Und welche Kraft es nach dem Tode trotzdem noch hat. Dafür war das Rupfen - nach einem heissen Wasserbad - total einfach. Insgesamt ein wesentlich "harmloseres" Erlebnis als ich befürchtet hatte. Und wer nix töten, rupfen oder ausnehmen mag, auch kein Problem. Der schaut dann halt zu.

    Ich bin lieber auf etwas vorbereitet was nie passiert als nachher überrascht da zu stehen.

  • Ich hab zu dem Thema eine eigene Seite gefunden:

    Zitat
    Herzlich Willkommen auf Hausschlachtung.biz

    Wir bieten Bilder und Videos einer Hausschlachtung.

    Zuallererst machen wir darauf aufmerksam, dass es sich bei den Bildern einer Schlachtung auf dieser Homepage, um keine normalen Bilder handelt. Von Gewaltverherrlichung oder Tierquälerei wollen wir uns distanzieren. Mit dieser Seite wollen wir aufzeigen wie Hausschlachtungen ablaufen.


    http://www.hausschlachtung.biz/

    [team] Wenn wir unsere Waffen zu Pflugscharen verarbeiten, werden wir irgendwann für die pflügen, die das nicht gemacht haben.

  • Hallo,


    auf der Suche nach einem Kurs in dem ich das Schlachten und Verarbeiten von Hoftieren erlernen kann, bin ich auf diesen alten Thread gestoßen.


    Leider scheinen so ziemlich alle Links hier nicht mehr zu funktionieren, speziell die "Arche de Wiskentale" hätte mich interessiert, da nicht allzuweit von mir entfernt.


    Hat jemand Informationen dazu ob es die noch gibt und ob dort noch Kurse angeboten werden? Oder wo es Alternativen gibt?